3 Tipps, die sofort für mehr Nähe sorgen

 

Nährende Beziehungen bilden einen wesentlichen Baustein für unsere Lebenszufriedenheit. Allerdings ist es nicht immer einfach, unsere Beziehungen so zu gestalten, wie wir es uns wünschen.

Wie gut, dass wir jederzeit hinzu lernen und unsere Beziehungskompetenz ausweiten können. Weil sich dieser Schritt gleich mehrfach positiv auf unsere Lebensqualität auszahlt, geht es in meinem heutigen Blogbeitrag um das Thema Rückzug in der Beziehung und darum, wie Du dieser Dynamik sofort entgegen wirken kannst.

Ein Rückzug in der Beziehung erfolgt häufig dann, wenn wir uns verletzt fühlen.

Ein paar Worte, die uns getroffen haben oder eine entsprechende Tat unseres Partners (alternativ auch einer anderen Person wie Chefin, Kinder, Freund) können manchmal sehr schnell dazu führen, dass wir unsere Schotten dicht machen.

Aber auch im umgekehrten Fall kennen wir das Spiel “Rückzug in der Beziehng” oftmals allzu gut: Plötzlich macht der andere zu, zieht sich zurück und wir stehen hilflos-fragend da. In diesem Moment ist kein Herankommen an das Gegenüber mehr möglich.

Manchmal wissen wir nicht einmal, warum uns gerade so geschieht. Entsprechend unfair fühlen wir uns behandelt. Als Folge reagieren wir darauf nicht selten ebenfalls beleidigt und ziehen uns gleichfalls zurück. Ganz nach dem Motto: „Das lasse ich mir nicht bieten“.

 

Rückzug in der Beziehung: Klären statt orakeln

 

Statt über die Situation zu sprechen und die Unstimmigkeiten schnellstmöglich aus dem Wege zu räumen, steigern wir uns daraufhin in wilde Vermutungen und fantasievolle Interpretationen hinein. In unseren Gedanken können diese dann derart logisch erscheinen, dass wir schlichtweg vergessen, den Wahrheitsgehalt der in unserem Kopf zusammen gebrauten Geschichten zu überprüfen.

Stattdessen sind wir absolut überzeugt davon, dass die Dinge GENAU SO sein MÜSSEN, wie wir sie gerade wahr nehmen. Wir fühlen uns folglich im Recht, während wir das Unrecht gerne zu 100 Prozent unserem Gegenüber aufbürden.

Auf diese Art kreieren wir manchmal in rasender Schnelle Dramen, die möglicherweise zwar wenig mit der Wahrheit zu tun haben, jedoch fixer eine Tragödie aus unserem Leben erschaffen können, als wir erahnen mögen.

Und das alles, weil wir SO überzeugt von unserer eigenen Wahrheit sind, dass wir vollkommen übersehen, dass sich diese Überzeugung lediglich auf blanke Vermutungen statt echte Fakten stützt.

Mit dem Rückzug in der Beziehung geht häufig die Verweigerung offener und klarer Kommunikation einher. Dann wird entweder gar nicht mehr miteinander gesprochen oder nicht über das, was wesentlich und wichtig wäre. Es fehlt damit an der gemeinsamen Auseinandersetzung über die Situation.

 

Eine kleine Geschichte zum Thema “Rückzug in der Beziehung”

 

Ich möchte Dir nun eine Geschichte von dem vietnamesisch-buddhistischen Mönch Thich Nhat Hanh vorstellen. Dieser Auszug aus dem Buch ‚Liebe heißt, mit wachem Herzen leben‘ (S. 40 ff) stellt sehr prägnant dar, wie leicht wir Gefahr laufen, vorschnell einen Rückzug in der Beziehung anzutreten. Ebenso veranschaulicht sie bildhaft, wie falsch wir mit unseren Annahmen über den anderen liegen können:

Ein junger Mann wurde zum Kriegsdienst eingezogen und musste seine schwangere Frau allein zurücklassen. Zwei Jahre später konnte er nach Hause zurückkehren und die junge Frau machte sich zusammen mit ihrem kleinen Sohn auf, um ihren Ehemann zu begrüßen.

Vor lauter Freude weinten beide. In Vietnam ist es Tradition, dass solche wichtigen Ereignisse den Vorfahren bekannt gemacht werden. Aus diesem Grund bat der junge Mann seine Frau, auf den Markt zu gehen und die nötigen Dinge einzukaufen, um mit ihnen den Altar der Vorfahren zu schmücken und sie als Opfergaben darzubringen. (…) Die junge Frau brach also auf, um zum Markt zu gehen.

Währenddessen versuchte der junge Vater seinen Sohn zu überreden, ihn „Papa“ zu nennen. Der kleine Junge wollte aber nicht: „Du bist nicht mein Papa. Mein Papa ist jemand anderes. Er besucht uns jeden Abend und meine Mama spricht jeden Abend mit ihm und oft weinen sie zusammen. Und jedes Mal, wenn sich meine Mama hinsetzt, setzt er sich auch hin. Jedes Mal, wenn sie sich hinlegt, legt er sich auch hin.“

 

Eine ungeprüfte Wahrnehmung kann alles verändern

 

Nachdem er das gehört hatte, war das Glück des jungen Vaters vollständig zerstört. Sein Herz verwandelte sich in einen Eisblock. Er fühlte sich verletzt und tief gedemütigt. Als seine Frau nach Hause kam, würdigte er sie keines Blickes und sprach kein einziges Wort. Er ignorierte sie einfach.

Die Frau begann ebenfalls zu leiden; sie fühlte sich ihrerseits gekränkt und verletzt. Nachdem der Altar mit den Opfergaben geschmückt worden war, zündete der junge Mann ein Räucherstäbchen an, sprach die Gebete für seine Vorfahren und machte die vier traditionellen Niederwerfungen.

Anschließend rollte er die Matte zusammen, anstatt sie für seine Frau liegen zu lassen, damit auch sie nun die vier Niederwerfungen praktizieren konnte. Er war der Meinung, dass sie es nicht wert sei, vor die Ahnen zu treten. Dieses Verhalten ihres Mannes kränkte sie sehr.

Nach der Zeremonie verließ er ohne zu essen das Haus, ging ins Dorf und verbrachte den restlichen Tag in einem Wirtshaus. Er versuchte seinen Schmerz zu vergessen, indem er Alkohol trank, und kehrte erst sehr spät in der Nacht nach Hause zurück.

 

Der Rückzug des einen bewirkt oft den Rückzug des anderen

 

Den nächsten Tag machte er es genau so und dies ging einige Tage so weiter. Schließlich konnte die junge Frau es nicht mehr länger ertragen. Ihr Leiden war so groß, dass sie in den Fluss sprang und sich ertränkte.

Als der junge Mann davon erfuhr, kehrte er in das Haus zurück. An diesem Abend war er es, der die Lampe anzündete.

Plötzlich rief das Kind: „Hier ist mein Papa, hier ist mein Papa! Er ist zurückgekommen!“, und es zeigte auf den Schatten seines Vaters an der Wand. „Weißt du, mein Papa kommt jeden Abend. Mama spricht mit ihm und manchmal weint sie. Jedes Mal, wenn sie sich hinsetzt, setzt sich mein Papa auch hin.“

In Wahrheit war es so gewesen, dass die junge Frau so stark unter ihrer Einsamkeit gelitten haben muss, dass sie mit ihrem eigenen Schatten zu sprechen begann. „Liebling, du bist so weit weg. Wie soll ich es schaffen, mein Kind alleine großzuziehen? Bitte komm nach Hause zurück.“ Meistens fing sie dann an zu weinen und natürlich setzte sich ihr Schatten hin, wenn sie sich setzte. Der Mann begann jetzt, seinen Irrtum einzusehen, aber es war zu spät – seine Frau war bereits tot.

Die Realität ist oft anders, als gedacht

 

Diese Geschichte verdeutlicht meiner Meinung nach sehr gut die Dynamik des Rückzugs in Beziehungen. Nur eine falsche Wahrnehmung hat in diesem Fall eine äußerst ungünstige Kettenreaktion ausgelöst und damit eine ganze Familie zerstört.

Doch selbst wenn die Folgen einer derartigen Dynamik nicht ganz so dramatisch ausfallen müssen, sollten wir in unseren Beziehungen wachsam sein und Acht auf unsere Wahrnehmungen geben.

Vielleicht spiegeln sie entgegen unserer Annahmen nicht das wieder, was wir vermuten, interpretieren oder befürchten.

Statt uns kopfüber ins eigene Leid zu stürzen und andere dabei mitzureissen, ist es sinnvoller, den eigenen Stolz zu überwinden und das gemeinsame Gespräch zu suchen.

Hätte der Mann den Mut gehabt, seine Frau zu fragen, von welcher Person der Sohn gesprochen hatte, so hätte sich das Missverständnis sehr schnell klären und auflösen können. Der Rückzug in der Beziehung der beiden hätte dadurch verhindert werden können. Die Frau hätte die Gelegenheit gehabt, ihrem Mann alles erklären zu können und vermutlich hätten die zwei durch diesen Austausch sogar an Nähe gewonnen.

Doch nicht nur der Mann hat ungenutzte Möglichkeiten verstreichen lassen.

Auch die Frau hätte die Gelegenheit gehabt, ihren Mann nach dem Grund seines Rückzugs zu fragen, statt es ihm gleichzutun. Auch sie hat ihrem Mann vorenthalten, wie sehr sie unter seiner Abweisung und Ignoranz gelitten hat. Stattdessen hat auch sie sich in eine Ausweglosigkeit und den Rückzug in der Beziehung hinein gedacht. Schließlich trieben diese Gedanken sie sogar ins Wasser und damit in den Tod.

Damit Du selbst es anders machen kannst, wenn Du Dich bei nächster Gelegenheit von jemandem zurück gewiesen oder verletzt fühlst bzw. erlebst, dass sich jemand von Dir entfernt, möchte ich Dir jetzt drei Tipps gegen Rückzug in der Beziehung an die Hand geben:

 

1. Tipp:

Frage nach

 

Wenn Du merkst, dass etwas komisch ist, frage einfach nochmals nach!

Erledige dies möglichst zeitnah, damit sich die Unstimmigkeit gar nicht erst groß ausweiten und wuchern kann. Beachte bitte dabei:

Missverständnisse können enorm leicht entstehen und ebenso leicht gelöst werden, wenn wir den Mut haben, offen miteinander zu sprechen.

Häufig fehlt uns nur eine einzige wichtige Information, die die Situation entschärfen, entspannen oder gar komplett auflösen kann. Es lohnt sich daher sehr, diese fehlende Information aufzuspüren. Mache Dir genau dies im Fall der Fälle zu Deiner Aufgabe und suche dedektivisch genau nach den ergänzenden Puzzlesteinchen, bis Du sie gefunden hast.

Frage lieber ein Mal mehr auf offene Art beim Gegenüber nach, sobald Du entdeckst, dass Du Dich zurück ziehst oder wenn Du den Rückzug Deines Gegenübers feststellst.

 

2. Tipp:

Bleibe offen

 

Ich weiß, dieser Tipp ist nicht leicht zu beherzigen. Wenn Du Dich gerade getroffen fühlst und einen Rückzug in der Beziehung antrittst, wie sollst Du da noch offen bleiben können? Für diesen Fall will ich Dir verraten, was bei mir selbst meist ganz gut wirkt:

Mir fällt es bedeutend leichter, offen zu bleiben, indem ich mir, dem anderen und der Situation vertraue, solange ich keine Beweise für das Gegenteil habe.

Wenn ich merke, dass meine Gedanken mit mir durch galoppieren, pfeife ich mich selbst zurück. Dies gelingt, indem ich von meinen gedanklichen Ausflügen zurück ins Hier und Jetzt komme und mich frage, ob ich ganz sicher sein kann, dass die Dinge so sind, wie ich sie gerade wahrnehme. Indem ich mir verdeutliche, dass ich sämtliche dieser Annahmen gar nicht wirklich wissen KANN, beruhigen sich meine Gedanken und ich werde wieder offener.

Probiere doch einmal aus, ob diese Methode auch bei Dir hilft!

 

3. Tipp:

Bitte um Unterstützung

 

Die oben erzählte Geschichte zeichnet einen sehr tragischen Verlauf auf, denn ursprünglich sind beide Partner sehr froh, nach der langen Trennung wieder vereint zu sein.

Allerdings sind beide Protagonisten der Geschichte auch sehr stolz und dickköpfig. Daher schaffen es beide Seiten nicht, auf den anderen zuzugehen, um die eigene Kränkung und den dadurch entstandenen Schmerz oder gar die damit einhergehende Hilflosigkeit und Angst zu zeigen.

Hätte die Frau zum Beispiel zu ihrem Mann gesagt: „Es tut mir weh, dass Du so weit von mir entfernt bist und ich nicht an Dich heran komme, obwohl Du nun wieder Zuhause bist. Ich weiß nicht, was ich Falsches getan habe, dass Du Dich so verhältst. Bitte hilf mir“, so hätte dieser Satz den Mann wach rütteln und einen Dialog zwischen beiden eröffnen können.

Selbstverständlich hätte der Mann seinerseits ebenso die Möglichkeit gehabt, der Frau seinen Schmerz mitzuteilen und sie um Unterstützung zu bitten.

Wenn Du wieder einmal in eine Situation gerätst, in der Du mit Schmerz auf das Verhalten einer anderen Person reagierst, dann lasse den anderen dies wissen und bitte aktiv um seine Unterstützung.

Dies könnte zum Beispiel so klingen: „Ich wundere mich sehr über XYZ (ein Verhalten, eine Situation etc.) und weiss wirklich nicht mehr weiter. Mir ist absolut an einer liebevollen Beziehung zu Dir gelegen. Bitte hilf mir und sag mir, was Du brauchst, damit wir einander wieder näher kommen können!“

 

Falschen Stolz in den Urlaub schicken

 

Selbst wenn es Dir zunächst ungewöhnlich erscheinen mag, so etwas zu sagen, möchte ich Dich dennoch dazu ermutigen, es einmal auszuprobieren und Deinen Stolz für eine Weile in den Urlaub zu schicken. Warum?

Weil dies ein sehr wirksamer Weg ist, Deine Beziehungen zu stärken und gemeinsam darin zu wachsen. Das widerum wirkt sich positiv auf Dein Gesamtbefinden aus.

Machst Du bzw. Ihr erst einmal die Erfahrung, dass Ihr einen Rückzug in der Beziehung verhindern und im Dialog miteinander auf andere Weise Grenzen setzen könnt, wirst Du mutiger im Ausprobieren werden. Du wirst leichter auf Dein Gegenüber zugehen können. Die daraus reifenden, süßen Früchte könnt Ihr im Anschluss daran gemeinsam ernten.

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Nun bin ich sehr gespannt, weche Strategien gegen Rückzug in der Beziehung Du gerne nutzt und freue mich über Deinen Kommentar!

Herzliche Grüße

 

 

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